Farblehre

Sanzo Wadas
Farbwörterbuch

1933 veröffentlichte der japanische Maler Sanzo Wada ein Wörterbuch der Farbkombinationen – 348 Zusammenstellungen aus 159 Farben. Fast hundert Jahre später wirken sie frischer als jede Trendpalette.

Materialcollage: Leinen in Gelb, Rosa und Blau, Kalkputz, Eiche, Messing, Travertin, Keramik und Olivenzweig
Warum Wada?

Seine Kombinationen sind nie „sicher“: Ein staubiges Rosa neben Petrol, Ocker neben Schiefer. Genau diese Spannung macht Räume lebendig – und lässt sich erstaunlich gut mit den fünf Elementen des Feng Shui verbinden.

Foto rein, Palette raus

Der
Farbscanner

Lade ein Foto hoch – von deinem Sofa, einem Stoff, einer Wand – oder wähle eine Farbe. Der Scanner findet die nächste Wada-Farbe und zeigt, welche Kombinationen dazu passen. Alles passiert in deinem Browser, das Bild verlässt dein Gerät nicht.

Oder Farbe wählen

Der
Farbfinder

Klick auf eine Kachel für Hex-Codes, Element und verwandte Kombinationen. Fahr über eine Farbfläche, um ihren Namen zu sehen.

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Wer war
Sanzo Wada?

和田三造 · 1883–1967
Maler, Kostümbildner, Farbforscher

Sanzo Wada wurde 1883 in Hyōgo geboren und war einer der prägenden Maler der Yōga-Bewegung – japanische Künstler, die sich der westlichen Ölmalerei zuwandten. Neben seiner Kunst entwarf er Kostüme für Theater und Film und beschäftigte sich intensiv mit der Frage, wie Farben zueinander wirken.

Zwischen 1933 und 1934 erschien in Tokio das Haishoku Sōkan, sein Wörterbuch der Farbkombinationen: sechs Bände mit 348 Zusammenstellungen aus zwei, drei oder vier Farben. Die Grundlage bildete eine Palette von 159 benannten Farben – von „Hermosa Pink“ bis „Dark Tyrian Blue“ –, jede mit einer Rezeptur aus Druckfarben.

Bemerkenswert ist der Ansatz: Wada dachte nicht in Farbkreisen und Komplementärregeln, sondern kuratierte Stimmungen. Viele Kombinationen wirken auf den ersten Blick gewagt und entfalten ihre Harmonie erst in der Fläche – im Raum, auf Stoff, an der Wand. Deshalb ist das Werk heute ein Klassiker für Innenarchitektur, Mode und Grafik.

Woher die Daten stammen

Die Farbwerte auf dieser Seite basieren auf der digitalen Aufbereitung des Originals, die unter MIT-Lizenz frei verfügbar ist (Matt DesLauriers, 2020). Eine umfangreiche Online-Ausgabe mit beiden Bänden findest du auf wada-sanzo-colors.com. Die Zuordnung zu den Feng-Shui-Elementen ist meine eigene, nach Farbton und Helligkeit.

Farben
159 benannte Töne
Kombinationen
120 × 2 · 120 × 3 · 108 × 4
Erschienen
1933–1934, Tokio

Farben
im Raum
anwenden

Drei Aquarell-Räume mit ihren Zwei-, Drei- und Vierfarb-Paletten
Zwei, drei, vier Farben – derselbe Raum, drei Stimmungen.

Die 60-30-10-Regel

Nimm eine Wada-Kombination mit drei Farben: Die ruhigste bekommt 60 % (Wände, große Flächen), die zweite 30 % (Möbel, Vorhänge, Teppich), die kräftigste 10 % (Kissen, Kunst, ein Stuhl). Bei Vierer-Kombinationen teilen sich die beiden kräftigsten die 10 %.

Erst im Raum testen

Wadas Farben stammen aus dem Druck. Bildschirme zeigen sie heller, Wandfarbe wirkt matter und je nach Lichtrichtung um bis zu zwei Nuancen anders. Lass dir Musterdosen mischen, streich A4-Flächen und schau sie morgens, mittags und abends an.

Element bewusst wählen

Jede Kachel zeigt das dominante Feng-Shui-Element. Willst du einen Bereich stärken – etwa Ruhe im Schlafzimmer (Erde, Metall) oder Energie im Arbeitszimmer (Holz, etwas Feuer) –, filtere nach dem Element und such dir die Kombination aus, die dich anspricht. Die Bagua-Karte zeigt, welcher Bereich welches Element braucht.